Große Herausforderung für Hobbyläufer/innen – Grenzwanderung zwischen Unter- und Überforderung

Mittlerweile habe ich im Laufsport schon wirklich viel erlebt. Da gab es Momente der größten Euphorie, wenn zum Beispiel ein persönlich gestecktes Ziel bei einem Laufevent erreicht worden ist, und Momente der Enttäuschung, wenn es mal nicht so geklappt hat, wie man es sich vorstellt. Beide Teile gehören im Sport, wie auch im Leben, einfach dazu. Als Mensch, der Herausforderungen liebt, ist es immer wieder ein „ins kalte Wasser springen“, wenn es darum geht, Grenzen auszuloten. Ist doch die Neugier, was noch alles möglich wäre, schon sehr groß. Und genau deshalb befinde ich mich oft in einer Art Grenzwanderung zwischen Unter- und Überforderung. 

Im Prinzip kann man diesen Grenzwanderungsbereich sehen wie man will. Grundsätzlich geht es darum, sich zumindest mehrheitlich in diesem Bereich zu bewegen, wenn man sich im Laufsport entwickeln will. Und an dieser Stelle sei gesagt, dass sich Hobbyläufer/innen, die als Laufsport-Motiv den reinen Alltagsausgleich ohne Leistungssteigerung suchen, sich hier nicht angesprochen fühlen sollten.

Doch wie erkenne ich diesen optimalen Bereich für mich?

 

Natürlich verfüge ich über viel Wissen rund um den Laufsport und habe ein sehr ausgeprägtes Feingefühl für meinen Körper. Ich habe auch eine Ausbildung zum dipl. Gesundheits- und Fitnesstrainer mit Auszeichnung bestanden und weiß auch deshalb über viele Inhalte der Trainingslehre, Anatomie und Physiologie Bescheid. Mir persönlich ist das aber zu wenig. Nur weil ich etwas weiß, heißt es noch lange nicht, dass ich es an mir selbst in die Tat erfolgreich umsetzen kann. Interessant, dass es leichter sein kann, jemanden etwas zu vermitteln, als es selber an sich umzusetzen. Aus diesem Grund vertraue ich meine sportliche Entwicklung und Gesundheit Menschen an, denen ich vertraue und dir mich auf meinem Weg leiten und begleiten. Genau hier macht die persönliche Beziehung zum Trainer, Vertrauen und Akzeptanz sehr viel aus. Ein Aspekt, der viel zu oft vernachlässigt wird, meiner Meinung nach.

Trainer die fordern und fördern

 

Um auf den Punkt zu kommen: ich vertraue meinem Trainer, dass er mich genau in diesem Bereich zwischen Unter- und Überforderung an unser gemeinsam gestecktes Ziel führt. Dieser Weg ist für mich nicht nur unheimlich praktisch, sondern auch sehr zeitsparend, denn hier steckt wirklich viel Hirnschmalz und Organisation dahinter, damit dieses „Rad zu laufen beginnt“. Und das interessante dabei ist, je mehr ich mich damit beschäftige, desto feiner und ausgefeilter kann man das Training gestalten. Da sind nach oben hin keine Grenzen gesetzt.

 

Bringt die Leistungsdiagnostik etwas um den richtigen Trainingsbereich zu finden?

 

Naja, einmal einen Laktattest machen und dann geht die Post ab, wird es nicht spielen. Aber auch bei mir hat das erste „richtige“ Lauftraining damals mit einem Laktattest begonnen. Immerhin ist das schon einmal ein Ansatzpunkt auf welchem ein relativ simpler Trainingsplan die ersten Erfolge im Laufsport verspricht. Einige „versierte“ Menschen sind der Meinung, der Laktattest sei nicht erforderlich oder gar unnötig. Erforderlich ist er in der Tat nicht, aber ganz abwerten würde ich dieses doch sehr verbreitete Testverfahren doch nicht, da es mir auch schon oftmals sehr geholfen hat. Jedenfalls habe ich es damit geschafft, meine Leistung kontinuierlich ohne Schäden (auf Holz klopfen dass das so bleibt) zu steigern.

Mit dem richtigen Trainer dazu steht meiner Ansicht nach bei der Grenzwanderung zwischen Unter- und Überforderung nichts im Wege.

 

Markus Steinacher, Marathon-Läufer (3:15:55)

 

www.sport-oesterreich.at

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