Are you „paced“?

 

Unlängst habe ich auf Facebook in einer der zahlreichen Läufergruppen die Frage gelesen, die in etwa so lautete: „Kann mir wer erklären was eine Pace ist?“ Das Wort Pace hat im Englischen eine sehr vielfältige Bedeutung, je nachdem in welchen Zusammenhang man dieses Wort verwendet. Im Laufsport handelt es sich dabei aber definitiv um das Tempo, welches in Minuten:Sekunden pro Kilometer angegeben wird.

Es ist absolut „uncool“ im Laufsport von km/h zu sprechen. Jemand der das macht, wird irgendwie gleich in die Ecke der laufband-verwöhnten Fitnesscenter-Besucher geschoben. Dies rührt daher, dass auf den „handelsüblichen“ Laufbändern die Anzeige der Geschwindigkeit meist in km/h angegeben wird. Ein echter Straßenläufer streicht die Maßeinheit km/h in Bezug auf den Laufsport gänzlich aus seinem Wortschatz. By the way.. um das geht es in diesem Artikel eigentlich gar nicht, sondern eher um die Frage, ob die Pace für uns Hobbyläufer wirklich relevant ist, beziehungsweise für wen es wichtig ist und für wen eher vernachlässigbar.

Die Selbstwert-Pace

 

Ob du „paced“ bist oder nicht, kann dir vielleicht dein Selbstwertgefühl verraten. Ist es wichtig, welche Pace du laufen kannst? Macht dich die Pace zu einem besseren Läufer oder gar einen besseren Menschen? Ich kenne genug Läufer, denen das augenscheinlich nicht wichtig ist, wie schnell sie sind. Bei denen gibt es ganz andere Motive und Ziele für ein lauf-erfülltes Leben. Ein Beispiel sind die Ultrahasen, denen es eher darum geht, möglichst weit zu kommen, „fast“ egal wie lange sie dafür brauchen. Dann gibt es die Höhenmeter-Sammler, die Finisher-Medaillen-Sammler, usw … jede/r hat so seine kleinen Vorlieben.

Aber nun zurück zur Pace ..

Die Wohlfühl-Pace

 

Jede/r Läufer/in kennt diesen magischen Zustand des „Flows“, wenn es beim Training einfach rund läuft. Und jeder von uns hat so seine individuelle Lieblingspace, welche ich Wohlfühl-Pace nenne. Gerade nach einem harten Wettlauf (zB Marathon, etc.. ), einer Verletzung, Krankheit, etc … sind wir eine Zeit lang etwas aus dem Gleichgewicht. Der Körper muss sich wieder erholen und fährt hinunter. Und dann beginnt wieder das Training… mit einer unheimlich schlechten Pace. Unsere von früher gewohnte Wohlfühl-Pace ist jetzt einmal dahin. Jeder Blick auf die Pulsuhr, auf welcher Pace und Puls zu sehen ist,  ist einfach nur grausam. Da stellt sich nun die Frage: ist es in diesem Moment wirklich wichtig zu wissen, welche Pace man laufen kann? Oder ist es in diesem Fall ganz und gar kontraproduktiv?

Die Wettkampf-Pace

 

Das ist natürlich die ultimative Variante, nach dem wir bemessen werden – öffentlich und hochoffiziell. Bereits Sekunden nach dem Zieleinlauf schauen wir so schnell wie möglich, dass wir zu einem Smartphone kommen, um unsere Zeit, Platzierung und Pace zu erfahren. Aber das allein reicht nicht, laufen doch viele Läufer den Wettlauf mit Pulsuhr. Diese Spezies der „gepaceten“ Läufer erkennt man sehr leicht daran, weil sie sich gleich nach der Ziellinie ans Handgelenk fassen um die Aufzeichnung der Pulsuhr zu beenden. Gerne werden die Aufzeichnungen der Pulsuhren mit der AIMS-vermessenen Streckenaufzeichnung verglichen und immer wieder mal gerne drauf losgewettert, wie schlampig Laufveranstalter nicht ihre Strecken ausmessen. Eine vermeintlich schlechte Wettkampf-Pace in der Rangliste kann ja nur daran liegen, dass die Strecke in Wirklichkeit länger ist als was der Veranstalter angegeben hat …

… und jetzt kann sich jede/r die Frage stellen, in wie fern es für uns Hobbyläufer/innen wichtig ist, „gepaced“ zu sein.

 

#enjoyrunning

Euer Markus

 

Markus Steinacher

sport-oesterreich.at

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