Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints)

Schmerzen und Empfindlichkeit entlang des Schienbeins (Tibia) während des Laufens deuten auf ein Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints) hin.

Das Schienbeinkantensyndrom (auch Shin Splints, mediales tibiales Stress-Syndrom oder Periostitis) ist wahrscheinlich ein Vorläuferstadium einer Stressreaktion oder Stressfraktur der Tibia (Schienbein). Generell handelt es sich dabei um eine Knochenhautreizung

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Die Symptome beim Schienbeinkantensyndrom

In der unteren Knochenhälfte des Schienbeins besteht eine diffuse Druckempfindlichkeit entlang des Schafts mit tast- und sichtbaren Schwellungen. Ebenfalls kann eine Unregelmäßigkeit über der Schienbeinkante zu spüren sein. In der Regel wird der Schmerz so stark, dass das Laufen unterbrochen werden muss. Der Schmerz klingt in Ruhe ab, jedoch tritt er bei erneuter Belastung wiederholt auf, wenn die Zehen oder das Sprunggelenk beim Abrollen plantarflektiert, also gestreckt, werden.

Was sind die Ursachen für ein Schienbeinkantensyndrom?

Das Schienbeinkantensyndrom ist bei Läufern ein häufiges Beschwerdebild, wenn im Frühjahr oder Herbst der Bodenbelag gewechselt wird, bei hohen Kilometerumfängen oder durch intensive Trianingseinheiten wie Intervalltraining. Eine abrupte Steigerung des Trainingsumfangs und/oder der Laufgeschwindigkeit können weitere Ursachen für Shin Splints sein. Falsche oder ausgetragene Schuhe können ebenfalls Schienbeinschmerzen hervorrufen. Die Hauptursache für den Schmerz am Schienbein ist wiederholtes Springen und Landen. Läufer mit starker Überpronation, die hauptsächlich den Vorfuß belasten oder mit Spikes laufen, sind stärker anfällig ein Schienbeinkantensyndrom zu erleiden.

Wie kann man ein Schienbeinkantensyndrom behandeln?

Der der Schmerz am Schienbein ist ein Warnzeichen, um eine Chronifizierung zu vermeiden. Du solltest das Lauftraining unterbrechen und so früh wie möglich in den Schongang schalten. Die körperliche Fitness kann durch Fahrradfahren und Schwimmen beibehalten werden. Beim Fahrradfahren solltest du versuchen, mit der Ferse zu treten und nicht mit dem Vorfuß, um eine Plantarflexion (die schmerzauslösende Bewegung) zu vermeiden.

Kräftige die Schienbeinmuskulatur durch abwechselndes Gehen auf dem Hacken und dem Ballen, wobei du die Füße jeweils sowohl nach außen als auch nach innen drehen. Gehe im Laufe der Zeit schließlich dazu über, alle vier Übungselemente in hockender Position auszuführen.

Mit dem Laufen solltest du erst dann wiederbeginnen, wenn unter Belastung keine Schmerzen mehr auftreten und die Druckempfindlichkeit des Schienbeins (Tibia) nicht mehr besteht. Wärme- und Kälteanwendung im Wechsel können Schmerzlinderung bewirken. Wenn die Schmerzen trotz konservativer Behandlung weiterhin bestehen, solltest du einen Sportarzt oder Physiologenaufsuchen.